Sachschäden

Die Sachschäden unterteilen sich auf Gebäude-, Hausrat- und Inhaltschäden. Zum Gebäude zählen alle Bauteile und Geräte, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, den Hausrat betreffen alle Gegenstände und Geräte, die bei einem Umzug mitgenommen werden können, exemplarisch die Möbel. Eine Inhaltsversicherung deckt vergleichbare Schäden wie die Hausratversicherung ab, die Inhaltversicherung bezieht sich jedoch auf das Inventar von Unternehmen.

Bei vielen Schäden ist sowohl die Hausrat/Inhaltversicherung und auch die Gebäudeversicherung gleichzeitig betroffen, wenn zum Beispiel durch einen Rohrbruch (Gebäudeschaden) die Möbel durch das bestimmungswidrig ausgetretene Wasser mit Schaden nehmen. In diesem Fall fällt der Schäden an den Möbeln in die Hausratversicherung, unabhängig dessen, ob der schadenverursachende Grund der Gebäudeversicherung zuzuordnen ist. Es ist daher ratsam, die Gebäude- und Hausratversicherung beim gleichen Versicherer abzuschließen, sofern das möglich ist. Exemplarisch bei Wohnungseigentümergemeinschaften wird die Gebäudeversicherung über die Hausverwaltung abgeschlossen, ohne das der einzelne Miteigentümer, geschweige denn der Mieter, überhaupt weiß, bei welcher Versicherung das Gebäude versichert gilt und welche Gefahren in dieser Versicherung abgedeckt sind. Eine immer wieder diskutierte unklare Schnittstelle ist die Haussprechanlage, die mit der Telefonanlage gekoppelt ist und man über die Telefone, mit denen man auch ins Fest- oder Handynetz telefoniert, mittels Tastenkombinationen die Haussprechstelle anwählen und den Türöffner aktivieren kann. Die Haussprechanlage gehört zur Gebäudeversicherung, die Telefonanlage zum Hausrat, weil Telefone mit umgezogen werden können, insofern bei einem angenommenen Überspannungsschaden Streitigkeiten unter verschiedenen Versicherern hinsichtlich der Zuständigkeit entstehen, die bei einem Versicherer, der Hausrat- und Gebäude versichert, gar nicht erst aufkommen können.

Eine weitere sehr wichtige Versicherung stellt die Haftpflichtversicherung dar, die für Schäden eintritt, die der Versicherungsnehmer schuldhaft Dritten zugeführt hat. § 249 BGB definiert: „Wer zum Schadenersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Ist wegen Verletzung einer Person oder Beschädigung einer Sache Schadenersatz zu leisten, so kann der Geschädigte statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen.“ Genau für diesen Schadenersatzanspruch tritt dann die Haftpflichtversicherung ein, bzw. wickelt auch den Schaden für den Versicherungsnehmer ab, was auch die Abwehr möglicherweise ungerechtfertigter Ansprüche beinhaltet. In Unterschied zur Gebäude-, Hausrat- und Inhaltversicherung ist die Haftpflichtversicherung keine Neuwertversicherung sondern entschädigt nur den Zeitwert der beschädigten Sache. Wenn beispielsweise ein 5 Jahre alter Laptop durch eingedrungenes Wasser infolge Rohrbruch irreparabel zerstört wird, entschädigt die Hausratversicherung einen gleichwertigen neuen Laptop, wobei bei einem schuldhaft umgestoßenen Wasserglas, das den identischen Schaden am gleichen Laptop verursacht, nur der Zeitwert entschädigt wird, der über ein Gebrauchtangebot, z.B. über Ebay, gleichzustellen ist.

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